Die Reform der Eigentums-
verhältnisse war eine wichtige Voraussetzung für die Einführung der „sozialistischen Planwirtschaft“.
Am 10. September 1945 verab-
schiedete die Landesverwaltung Sachsen die Verordnung über die Bodenreform. Unter der griffigen Parole „Junkerland in Bauernhand“ wurden die Besitzer aller landwirt-
schaftlichen Güter über einhundert Hektar sowie Nazi- und Kriegs-
verbrecher entschädigungslos enteignet.
Der unter dem Motto „Dein Ja zum Frieden“ propagierten Enteignung in der Industrie stimmte im Volks-
entscheid vom 30. Juni 1946 die Mehrheit der sächsischen Wähler zu.
Die enteigneten Firmen produ-
zierten fortan als Volkseigene Betriebe (VEB). Wichtige Werke übernahm die Besatzungsmacht als sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) in ihr Eigentum.

 
Machtsicherung I Enteignung in Industrie und Landwirtschaft

Markt, Agitation für den Volksentscheid, SGM, Foto: foto-hai

Bodenreform auf dem Rittergut Knautnaundorf bei Leipzig, 17. Oktober 1945 , SGM

Goethestraße, Sichtwerbung am Franz-Mehring-Haus, SGM, Foto: Johanna Zeissig

Graphische Darstellung der Industrie nach Eigentumsformen nach dem Volksentscheid, StadtAL, ZGS 1945-1990